Viele Jahre war ich Pastor und leitete ein Kirchenwerk. Wir gründeten Gemeinden, bauten etwas auf, die Säle waren voll.
Von außen ging es ziemlich eindeutig nach oben.
Und dann begann sich meine innere Landkarte zu verschieben.
Das war etwas unpraktisch, weil ich gleichzeitig eine Organisation leitete, in der Menschen von mir Orientierung erwarteten.
Irgendwann wusste ich ziemlich genau, was für mich nicht mehr stimmte.
Was ich nicht wusste:
Was stattdessen kommen sollte.
Ich verließ diese Welt – und damit war nicht nur ein Beruf weg. Eine ganze Ordnung meines Lebens war plötzlich verschwunden.
Kurze Zeit später saß ich beim Arbeitsamt und wartete darauf, dass meine Nummer aufgerufen wurde. Früher hatte ich Menschen dorthin begleitet, um ihnen bei der Arbeitssuche zu helfen.
Jetzt wartete ich auf meine eigene Nummer.
Demut hatte in meinen früheren Predigten irgendwie würdevoller geklungen.
Danach kamen ungefähr drei Jahre, in denen ich suchte. Ich probierte Dinge aus, verwarf Ideen, fing anderes an und fragte mich, was von all dem, was ich konnte und erlebt hatte, außerhalb meiner bisherigen Welt überhaupt noch einen Wert hatte.
Es gab keinen eleganten Neustart.
Und vor allem gab es keine fertige Karte.
Heute arbeite ich als Autor, Coach und Seminarleiter. Nervensystem, Körperarbeit, Biografie, Beziehung und Spiritualität sind auf eine Weise zusammengekommen, die ich damals überhaupt nicht hätte planen können.
Einige der wertvollsten Möglichkeiten meines heutigen Lebens hätte der damalige Jan niemals auf eine Zielliste schreiben können.
Er kannte sie noch gar nicht.
Ich bin keiner fertigen Karte gefolgt.