0176-72845452 Kontakt@vonWille.de

Jeder von uns ist sicher schon einmal in ein plötzliches Gewitter gekommen:

Ein lauer Sommerabend im August, der Himmel ist klar, die Sonne scheint und hat die Luft den Tag über aufgeheizt. Dann schlägt die Atmosphäre um – es knistert, in der Ferne ein Grollen und plötzlich geht es los…

In vielen Unternehmen beobachte ich eine solch gute „Wetterlage.“ Die Aufträge stimmen, die Stimmung ist positiv. Doch es liegt etwas Unbestimmtes und Unberechenbares in der Luft. Alle spüren einen Veränderungsdruck.

Veränderungsgewitter

Sehr schnell könnte das Wetter umschlagen und ein Sturm könnte das bisher Aufgebaute innerhalb kurzer Zeit kaputt machen. Stichwort „Disruption“. Doch ist es tatsächlich so? Ist ein Sturm im Anmarsch? Oder ist das nur Schwarzmalerei?

Vor einiger Zeit war ich in Tirol in den Bergen. Erholsame Pause im Gasthof. Auf einmal kam die Chefin auf die Terrasse. Sie hat unaufgeregt und doch sehr bestimmt das Personal informiert, dass ein Gewitter im Anmarsch ist. In circa 30 Minuten wird es losgehen. Die Gäste sollten doch jetzt schon einmal um platziert werden, damit es später nicht so hektisch wird. Gesagt getan. Das Gewitter kam wie angekündigt. Kein Mythos, sondern direkt erlebbar.

Change Management auf Abruf

Im Trockenen sitzend beobachte ich Changemanagement auf Abruf:

Alle Angestellten, egal ob Kellner, Rezeptionist oder Geschäftsführung packen mit an: Polster werden reingetragen, Essen wird serviert. Keiner hält sich mehr an seine ursprüngliche Rolle. Es wird nicht diskutiert, sondern gemacht. Einzig und allein der Gast steht im Mittelpunkt.

Ich spreche einen Kellner an und sage ihm, dass ich den Umgang mit der Situation sehr gut finde. „Danke! Am wichtigsten ist, einfach ruhig zu bleiben und eins nach dem Anderen zu machen.“ Ist seine Antwort mit einem Lächeln. Kein Jammern. Kein Meckern.

Was Organisationen daraus lernen können

Der Gasthof hatte 30 Minuten Zeit sich auf das Gewitter einzustellen. Und sicherlich ist ein Gewitter öfter der Fall als der momentane Umbruch in unserer Arbeitswelt. Der Gasthof hat bestimmt Routine im Umgang mit diesen Situationen. Dennoch sehe ich mögliche Ableitungen für Organisationen:

   1. Umbrüche passieren nicht von jetzt auf gleich.

Wir können diese erahnen, wenn wir das Wetter im Sinne der Markt- und Umfeldbedingungen im Blick haben und realistisch einschätzen2

      2. Veränderungen und Change sind in Organisationen oftmals negativ und mythisch behaftet.

Der Umgang mit möglichen „Gewittern“ für Organisationen erscheint mir manchmal aufgeheizt zwischen Aktionismus („da müssen wir ganz schnell was machen“) und Verneinung („das Gewitter zieht an uns vorbei“). Doch Veränderungen gehören dazu. Deshalb ist ein pragmatischer Umgang mehr als angebracht: Kontinuierlich die Wetterlage beobachten und mit angemessenem Tempo analysieren, einen angemessenen Plan haben und diesen dann umzusetzen.

     3. Kunde in den Fokus:

Die Kunden sind hungrig und möchten essen bzw. ihre Bedürfnisse befriedigen. Wie das die Organisation regelt ist ihm herzlich egal. Wenn es das Unternehmen A nicht schafft, geht es zu Unternehmen B.

Und – wie schätzen Sie bei Ihnen die Veränderungswetterlage ein? Wie wird bei Ihnen das Thema Veränderungen mystifiziert oder entmystifiziert?

Für eine Bestandsaufnahme –  professionell und persönlich – nehmen Sie gern Kontakt auf:

Kontakt hier klicken